Einstieg vom Ausstieg beim digitalen Lernen?
Fraktion • 10. Juli 2026
In der gestrigen Sitzung des Gemeinderates stand die Zukunft des Projekts „Digitales Lernen“ an der Gesamtschule Weilerswist auf der Tagesordnung. Die UWV hatte sich seinerzeit für die Einführung des Projektes an der Gesamtschule eingesetzt und erreicht, dass Haushaltsmittel eingesetzt werden. Insbesondere um weniger gut situierte Familien zu entlasten.
Grundlage der gestrigen Beratung im Rat war die von der Gemeindeverwaltung vorgelegte Beschlussvorlage einschließlich des Konzepts für die Pilotphase sowie des Evaluationsberichts.
Im Verlauf der Beratung machte die CDU-Fraktion jedoch deutlich, dass sie vor einer Fortsetzung der Digitalisierung an der Gesamtschule umfangreiche Ergänzungen und Nachbesserungen des bestehenden Konzepts erwartet. Die SPD-Fraktion sprach sich hingegen für eine Fortführung des Projekts aus und wollte die begonnenen Maßnahmen weiterführen.
Der Vorsitzende der UVW-Fraktion, Uwe Wegner, unterbreitete daraufhin einen Vermittlungsvorschlag. Dieser sah vor, das Projekt sehr wohl fortzuführen, die Verwaltung aber gleichzeitig zu beauftragen, das Konzept entsprechend den von der CDU formulierten Anforderungen weiterzuentwickeln. Mithin seien die Forderungen der CDU zur Einarbeitung in das Konzept sehr zeitaufwändig, zumal auch ein personeller Wechsel der Schulleitung bevorstehe. Für diesen Vorschlag fand sich jedoch leider keine Mehrheit im Rat.
Stattdessen beschloss eine Mehrheit aus CDU, AfD und FDP zunächst diese umfangreiche Überarbeitung des Konzepts einzufordern und bis dahin keine weiteren Mittel für die Ausstattung der Schule mit digitalen Endgeräten bereitzustellen.
Nach Meinung der UVW-Fraktion droht mit dieser Entscheidung ein Einstieg in den Ausstieg der Digitalisierung an der Gesamtschule. Fraktionsvorsitzender Uwe Wegner: „Wir haben Verständnis für die CDU-Wünsche zur konzeptionellen Weiterentwicklung. Damit aber eine Fortführung, eine nahtlose Weiterentwicklung auszubremsen, das ist für uns nicht nachvollziehbar. Am Ende leiden hierunter die Schülerinnen und Schüler. Für diese und die Schule selbst ist dies unserer Ansicht nach ein Schlag ins Gesicht.“
Da die Vorbereitungen für das kommende Schuljahr bereits laufen, werden die von der CDU als Bedingung formulierten Bedingungen die Ausstattung eines weiteren Jahrgangs mit digitalen Endgeräten nicht nur auf unvorhersehbare Zeit verzögern, sondern nach Einschätzung der UWV-Fraktion auch die gesamte weitere Digitalisierung gefährden. Wegner: „Wir befürchten, dass die konkreten Auswirkungen und die gesamte Tragweite des Beschlusses nicht allen Ratsmitgliedern in Gänze bewusst ist.“ Die UWV hat die Sorge, dass diese Entscheidung den Einstieg in einen Ausstieg des digitalen Lernens für alle sein könnte.
Bemerkenswert ist aus Sicht der UVW-Fraktion, dass die hierfür notwendigen Haushaltsmittel zuvor vom Gemeinderat – also einschließlich der Stimmen der CDU, AfD und FDP - einstimmig beschlossen worden waren und somit zur Verfügung stünden.
Die UWV Weilerswist wird sich weiterhin für verlässliche Rahmenbedingungen einsetzen, damit alle Schülerinnen und Schüler an den Weilerswister Schulen die Chancen des digitalen Lernens nutzen können.
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